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7.-.8.01.2006 Sächsische Zeitung
  Kinder machen Musik in Richtung Europa


Musik. Auch im neuen Jahr überschreitet das Jugendorchester Europera die Grenzen und verbindet drei Nationen.

Weithin klingt´s über die Grenzen, wenn Milos Krejci mit seinem Jugendorchester unterwegs ist, das nicht umsonst den Namen Europera trägt. Mancher erinnert sich vielleicht an den Auftritt des Orchesters am 1. Mai 2004, als in Zittau die Öffnung der Grenzen nach Osten hin zu einer größeren EU gefeiert wurde. Das deutsch-polnisch-tschechische Miteinander ist seither in aller Munde, die Großen wollen´s, vor allem die Kleinen tun´s.

Denn beinah 80 Kinder und Jugendliche, die an deutschen, polnischen und tschechischen Musikschulen im Dreiländereck Instrumente lernen, spielen gemeinsam unter Milos Krejcis Dirigat – und zwar die Besten, Begabtesten und solche, denen Musik mehr als nur Zeitvertreib oder das Muss zum Üben bedeutet.

Viel Mozart, wie es sich für das 250. Jahr des Salzburgers gehört, hat auch das trinationale Jugendsinfonieorchester im Programm. Bereits im Oktober, nach einer Woche intensiven Probens in Frankreich, beeindruckte Europera im polnischen Legnica, im nordböhmischen Liberec und in Görlitz mit der Ouvertüre der „Hochzeit des Figaro“, zwei Mozart-Sinfonien und Stücken von Chatschaturjan bis Grieg. „Die Leute waren überall begeistert, die Säle waren voll“, meint Krejci, und das Leuchten seiner Augen spricht dafür, dass er untertreibt, wenn er „wir waren zufrieden“ sagt. Recht frohen Mutes blickt er auch auf die kommenden Monate mit Konzerten in allen drei Ländern, mit den Auftritten bei großen Festivals und Einladungen in europäische Städte, die er gerne wahrnehmen möchte.

Da stehen schon jetzt im Januar die nächsten Auftritte an, etwa ein Benefizkonzert in Liberec, dessen Erlöse für Kinderprojekte eingesetzt werden. „Kinder spielen für Kinder“, nennt Krejci das, und es sei doch eine schöne Sache. Im polnischen Lubin und in Niesky zeigt sich das Orchester mit Musik seinen Sponsoren erkenntlich, genau wie es vor ein paar Monaten in der Görlitzer Siemenshalle spielte, um dem Unternehmen für seine viele Unterstützung zu danken. Oder es gibt Konzerte für Kinder an Orten der Region, um noch mehr junge Mitstreiter für dieses große, grenzüberschreitende Orchester zu begeistern und zu gewinnen.

Wenn Zittau am 1. Mai seine EU Feier im Dreiländereck wiederholt, werden die Europera-Musiker vielleicht wieder mit dabei sein. Schon beschlossene Sache aber ist die Fahrt zum Schloss Kliczków, wo man im Mai den Frühling feiert, und es wäre nicht das erste Mal, dass Europera da vor den 20 000 Besuchern auftritt. Im Juli dann – geplant, erhofft – geht´s nach Italien. Worauf sich Milos Krejci freut, ist das Jugendorchester-Festival in Florenz. „Es ist eines er größten seiner Art in Europera, und wenn alles klappt, treten wir da auf“.

Dass man den jungen Leuten etwas bieten muss, das über die Freude am Musikmachen hinausgeht, weiß Milos Krejci, und dass Abwechslung und Anreize dazugehören, auch. Deshalb stellt er sich für die Zukunft eine Begabtenförderung vor und Kompositionen, die allein für das Orchester geschrieben werden.

Und auch die Probenlager – zweimal pro Saison – gehören dazu. Wohin die Reise im Februar geht, steht zwar noch nicht fest, aber auch das wird etwas sein, wo es eine Menge Europäisches zu sehen, zu erleben und so auch viel über den andern zu lernen gibt.

Ines Eifler

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