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28.-29.01.2006 Sächsische Zeitung
Klangkörper lebt von Begabung
Musik. Ein Zittauer Verein sichert dem Europera Jugendorchester in den kommenden zwei Jahren seine Existenz.
Weithin klingt´s über die Grenzen, wenn Milos Krejci mit seinem Jugendorchester unterwegs ist, das nicht umsonst den Namen Europera trägt. Mancher erinnert sich vielleicht an den Auftritt des Orchesters am 1. Mai 2004, als am Zittauer Dreiländerpunkt die EU-Erweiterung gefeiert wurde. Schon Anfang der 90er Jahre existiert der Klangkörper, dessen deutsch-polnisch-tschechisches Miteinander seither in aller Munde ist: die Großen wollen´s, vor allem die Kleinen tun´s. Denn beinahe 80 Kinder und Jugendliche, die an deutschen, polnischen und tschechischen Musikschulen im Dreiländereck Instrumente lernen, spielen gemeinsam – und zwar die Besten und Begabtesten.
Orchester erhält EU-Mittel
Doch mit der Finanzierung haperte es in den zurückliegenden Jahren immer. Zwar förderte der Kulturraum dieses einzigartige Ensemble, doch das war für 100 Musiker wenig und sehr mühsam, wie Peter Dierich einschätzt. Der Zittauer Hochschulprofessor ist Vorsitzender des Vereins Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis, unter dessen Dach das Orchester arbeitet und der nun die Finanzierung für die kommenden zwei Jahre gesichert hat. Knapp 270 000 Euro stehen für das gemeinsame Musizieren in diesem Zeitraum zur Verfügung. Der größten Batzen kommt über das Interreg-Programm aus EU-Töpfen, doch erhebliche Summen steuern nicht nur der Verein und der Kulturraum sowie die Stadt Zittau als Sitzgemeinde bei, auch die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und die Kulturstiftung Sachsen zählen zu den großen Gönnern des Orchesters. Darüber ist Dierich sehr froh, kennt er doch die Klippen solcher komplizierten Finanzierungen. In diesem Fall setzte sich auch der Nieskyer Landrat Bernd Lange als Vorsitzender des Kulturraums Oberlausitz/Niederschlesien dafür ein.
Mit der finanziellen Sicherheit im Rücken, konnte der Görlitzer Dirigent Milos Krejci das Projekt „Hommage an Mozart“ entwerfen. Mit Mozarts Ouvertüre der „Hochzeit des Figaro“, zwei Mozart-Sinfonien und Stücken von Chatschaturjan bis Grieg ist das diesjährige Konzertprogramm mit Hörenswertem ausgefühlt. Im Februar ist es in Niesky, Lubin und Boleslawiec (Bunzlau) zu hören.
Ebenso schon beschlossene Sache ist die Fahrt zum Schloss Kliczków (Klitschdorf bei Bunzlau), wo man im Mai den frühling feiert. Im Juli dann geht´s zum „Florence Youth festival“, verbunden mit einem Konzert in Pistoia, Zittaus Partnerstadt. Auf Italien freut sich Milos Krejci sehr. „Das Florenzer Festival ist eines des größten seiner Art in Europa“. Seit 1999 treffen sich dort Jugendorchester.
Dass man den jungen Leuten etwas bieten muss, das über die Freude am Musikmachen hinausgeht, wissen Dirigent und Vereinschef.
Auftragswerke sind geplant
So wollen Milos Krejci und Peter Dierich in die Begabtenförderung einsteigen. „Besonders begabte Musiker sollen in kammermusikalischen Gruppen musizieren und auftreten“, sagt Dierich. Das Geld reicht künftig auch dafür, in jedem Jahr ein Auftragswerk an einen jungen Komponisten aus Polen, Tschechien oder Deutschland zu vergeben, das von dem Europera Jugendorchester uraufgeführt wird. Denn das Ziel ist für beide klar: „Die leistungsstärksten Musiker in dem Orchester zusammenkommen“.
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