Jugendliche proben für Welturaufführung
Waltersdorf. Fast 200 Teenager aus drei Nationen musizieren und singen derzeit im Kretscham für die Premiere des neuen Europera-Projekts.
Für eine Welturaufführung proben Jugendliche aus drei Ländern derzeit im Niederkretscham in Waltersdorf. Diese tolle Herausforderung haben sich die Organisatoren vom „Euroregionalen Kulturzentrum St. Johannis" in Zittau für die neue Spielzeit des Europera-Projekts einfallen lassen. Das Auftragswerk vergaben sie im Rahmen des Europäischen Ziel 3-Programmes an den renommierten tschechischen Komponisten Jiri Pavlica. Entstanden ist das Oratorium „Tor der Pilger", das eigens für den gemischten Chor und das große Sinfonieorchester des Europera-Projekts geschaffen wurde. Das Stück handelt vom Leben und Wirken des heiligen Adalbert um das Jahr 1000 herum.
Der heilige Adalbert wurde unter anderem in Magdeburg gefirmt, war Erzbischof von Prag und später in Polen. Er wirkte auch intensiv in heutigen Ländern Ukraine, Ungarn und Italien. Adalbert war also ein sehr früher Europäer - ganz im Sinne des Europera-Projekts, bei dem die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern im Vordergrund steht.
Proben im Naturparkhaus
Im großen Saal des Waltersdorfer Naturparkhauses stehen und sitzen zahlreiche junge Musiker mit Posaunen, Geigen, Kontrabässen, Cellos, Flöten und anderen Instrumenten und schauen konzentriert auf ihren Dirigenten Milos Krejci. Nacheinander setzen verschiedene Instrumente ein, es wird lauter und plötzlich endet die Musik. Vier Jug-Blechblässer stehen auf, kommen nach vorn. Zur Auflockerung der gemeinsamen Proben spielen sie kurz vor der Pause ein rockiges, jugendliches Stück. Die anderen sind begeistert, es wird gejubelt und geklatscht. Für eine Woche sind die Jugendlichen aus Deutschland, Polen und Tschechien im Alter von 12 bis 28 Jahren für die Proben nach Waltersdorf gekommen. Jeden Tag üben sie gemeinsam von 9 bis 18 Uhr für das Auftaktkonzert am Freitag in der Zittauer Johanniskirche. „Aufgeregt bin ich noch nicht. Das ist für uns schon Routine", sagt Sarah Maetschke. Die 17-Jährige Görlitzerin spielt Fagott und war schon mehrmals im Europera-Jugendorchester dabei.
Bereits zum 19. Mal singen und musizieren besonders begabte polnische, tschechische und deutsche Jugendliche gemeinsam für das Europera-Projekt.
Im Jahr 1992 hatte sich das Europera-Sinfonieorchester gegründet, 2006 kam der Chor hinzu. Das Kunstwort „Europera" setzt sich zusammen aus EURopa und OPERA. Träger des Projektes ist seit 2003 das „Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis" in Zittau unter dem Vorsitz von Peter Dierich.
Welturaufführung in Zittau
Die Welturaufführung des rund 50-minütigen Werkes „Das Tor der Pilger" wird heute Abend um 19:30 Uhr in der Zittauer Johanniskirche stattfinden. Mit dem Konzert in der Johanniskirche soll auch an die reiche kirchenmusikalische Tradition in Zittau angeknüpft werden. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei.
Annett Weckebrod
