Musiktalente proben bei tschechischem Kapellmeister
Milos Krejci leitet in diesen Tagen wieder das Europera-Jugendorchester. Es gastiert auch in Görlitz.
Milos Krejcí probt und spielt in diesen Tagen wieder mit dem Europera-Jugendorchester.
Milos Krejci hat Glück gehabt. Auf der Wolga ist er bei Kasan mit genau so einem Schiff gefahren wie die „Bulgaria", die Anfang Juli gesunken und für mehr als 100 Reisende das Grab wurde. Doch Krejci fuhr drei Wochen vor dem Unglück mit dem Schiff. Der tschechische Dirigent, der lange Jahre als Kapellmeister am Görlitzer Theater wirkte, ist in den vergangenen Monaten desöfteren in Kasan gewesen, der tartarischen Hauptstadt mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Er dirigiert am dortigen Opernhaus, nach dem Bolschoi-Theater in Moskau und dem Marijinski-Theater St. Petersburg die Nummer drei in Russland. In Kasan arbeitet er mit bedeutenden Sängern Russlands zusammen, das Opernhaus leistet sich keine Festanstellungen für die Hauptpartien, es holt sich Gäste.
In diesen Tagen muss Krejci wieder umdenken. Denn jetzt steht er vor mehr als 100 talentierten jungen Mädchen und Jungen, die aus allen Teilen der Euroregion Neiße im Europera-Jugendorchester gemeinsam musizieren. 20 Jahre ist es im Herbst nächsten Jahres her, dass der damalige Görlitzer Theaterintendant Wolf-Dieter Ludwig die Idee zu diesem Orchester hatte. Jetzt kümmert sich der Zittauer Verein „Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis" um das Orchester. In diesem Jahr bilden Werke von Mozart und Beethoven den Schwerpunkt der Sommerkonzertreise, darunter die Messe C-Dur von Beethoven. Nach einem Probentag im Zittauer Volkshaus wird es heute beim ersten Konzert im tschechischen Hejnice ernst. Nach einem weiteren Abstecher nach Gaußig zur Klassiknacht kommt das Orchester zusammen mit dem Chor und einem Solistenquartett von der Prager Universität am Sonnabend nach Görlitz. Milos Krejci hofft, dass das Orchester der Euroregion wieder seine Fans findet.
Das Konzert beginnt am Sonnabend, 19.30 Uhr, in der Jakobuskirche. Eintritt frei.
