Leserbriefe - Sächsische Zeitung
Zum Konzert des Jugendorchesters und -chores Europera in Gaußig
Miloš Krejci wieder von seiner besten Seite
Je größer ein Chor oder Orchester, umso größer der Anspruch auf präzise Wiedergabe. Diese gelang Miloš Krejèi meisterhaft, jeder Mitwirkende gab sein Allerbestes. Wer über ein ganz feines Gehör verfügt, konnte viele Schwingungen der Seele wahrnehmen. Eine besondere Leistung aus jungen Kehlen war das Ave verum, das Pianissimo erklang dabei atemberaubend wie aus einem Munde. So vollendet habe ich es noch nicht gehört. (Störend war danach der laute Beifall des Publikums, der diese wunderbare Atmosphäre kaputtmachte). Die Messe in C-Dur von Beethoven ist ein großes Geschenk, wo Glaube die allerfeinste Aufmerksamkeit zuteil wird. Die große Begeisterung des Publikums am Schluss ließ dann ihren Gefühlen freien Lauf. Großer Dank an jeden Einzelnen, besonders aber an Miloš Krejèi. Ich selbst hatte diese großartige Aufführung so erwartet, lernte ich doch den 1. Kapellmeister am Görlitzer Theater als Mitglied in acht Jahren im Extra-Chor mit seinen überdurchschnittlichen Fähigkeiten in den umfangreichen Chorproben und Aufführungen kennen. Verglichen mit anderen Musikpädagogen war und ist er der Allerbeste unter ihnen. Das Görlitzer Theater ist mit seinem Weggang um ein besonderes Talent ärmer geworden.
Helga Zeuner, 02826 Görlitz
