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Mit der Geige im Europera-Orchester

2011-01-18

Hoyerswerda. Ulrike Speich gerät ganz leicht ins Schwärmen, wenn es um Musik geht. „Das ist ein richtig cooles Stück, so ein Ohrwurm", sagt die 16-Jährige zum Beispiel über die Ouvertüre zu „Candide" von Leonhard Bernstein. »Die Chorfantasie ist ja bekannt«, erklärt sie über Beethovens c-Moll-Stück für Klavier, Chor sowie Orchester und fügt dann über eine C-Dur-Komposition des Wiener Klassikers an: »Die Beethoven-Messe ist im Orchester sehr beliebt. Sie haut mal richtig rein, ist aber auch sehr melodisch; total schön und zauberhaft.«

 

Die drei Stücke sind unter anderem zu hören, wenn das aus polnischen, tschechischen und deutschen Jugendlichen bestehende Europera-Jugendorchester gemeinsam mit dem Europera-Jugendchor am 18. Februar in der Lausitzhalle zu Gast sein wird. Ulrike Speich ist nach dem studienbedingten Ausscheiden von Sophia Dietze das einzige Orchester-Mitglied aus Hoyerswerda. Die Lessing-Gymnasiastin, die aus Kamenz stammt und die Schule hier wegen ihrer vertieften Musik-Ausbildung besucht, spielt im trinationalen Klangkörper eine der ersten Geigen.

 

Sie war fünf, als sie zum ersten Mal eine Violine in der Hand hatte. Inzwischen spielt sie nicht nur im Europera-Jugendorchester, sondern zum Beispiel auch im Sinfonischen Orchester Hoyerswerda. Und gemeinsam mit Cellistin Ronja Hinke sowie Pianist Simon Dietze bildet Ulrike Speich ein Trio der Musikschule, das man etwa Ende Oktober bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Pfarrer Friedhart Vogel hören konnte. Doch das Europera-Projekt, sagt Ulrike Speich, sei schon etwas besonderes: »Dort sind alle in meinem Alter und sie sind genauso begeistert wie man selber.« Noch dazu ließe sich durchaus bei jedem Zusammentreffen von den anderen etwas lernen.

 

Auftritt im tschechischen TV


Ulrike Speich hat mit dem Orchester, in dem lediglich ein gutes Dutzend deutscher Musiker aktiv ist, im vorigen Jahr beim Festakt zu zwanzig Jahren deutscher Einheit in Zittau gespielt. Im September gab es ein Benefizkonzert für Hochwasseropfer in Görlitz und einen Auftritt am Theater im Ohr am Ufer des Bärwalder Sees. Im Oktober war das Orchester in Tschechien beim Filmfest »Goldenes Prag« zu hören. Sogar das tschechische Fernsehen hat übertragen. Nun ist es also kein Wunder, dass Ulrike Speich für das »Heimspiel« eine Hoffnung hat: »Ich würde mir wünschen, dass die Lausitzhalle voll ist.«

 

Krasse Grande Polonaise


Das Publikum, sagt sie, werde ganz bestimmt nicht enttäuscht sein: »Wir haben schöne Stücke, die eigentlich für jeden Zuhörer geeignet sind.« Und dann fängt sie wieder an, von der Musik zu schwärmen - zum Beispiel davon, wie eine junge tschechische Orchesterkollegin mit schwierigen Noten von Frederic Chopin umzugehen versteht: »Die Grande Polonaise finde ich krass. Die Pianistin ist ja selbst auch erst in meinem Alter.« Beim Europera-Konzert vor zwei Jahren in der Lausitzhalle saßen auch Mitschüler von Ulrike Speich im Publikum. Soweit die Geigerin weiß, hat es ihnen ganz gut gefallen.

 

Mirko Kolodziej (sz-online/Sächsische Zeitung)

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