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"Axion esti" vereint Musiker dreier Nationen auf der Bühne

2010-02-22

Das griechische Volksoratorium von Mikis Theodorakis wurde am Freitag vom Europera-Jugendorchester und -Chor aufgeführt.

 

Das Europera-Jugendorchester und der Europera-Jugendchor sind aus dem Leben der grenznahen Regionen Polens, Tschechiens und Deutschlands nicht mehr wegzudenken. Erneut gastierten die 200 Mitwirkenden am Freitag in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle. Seit 1992 ist es die nunmehr 17. Konzertsaison, die von den 80 Musikerinnen und Musikern sowie den 120 Chorsolisten bestritten wird.

Das trinationale Europera-Projekt trägt fast schon monumentale Züge angesichts der Gesamtensemblegröße. Bei allen Mitwirkenden handelt es sich um musikalisch besonders begabte Kinder und Jugendliche, die zudem drei Sprachen sprechen und im musikfachlichen Sinne vereint werden müssen. Es ist das Verdienst von Milos Krejci, der sich dieser Aufgabe seit vielen Jahren stellt. Bekannt ist uns der Dirigent von früheren Sinfoniekonzerten der Neuen Lausitzer Philharmonie und von Musikinszenierungen des Theaters Görlitz. In Hoyerswerda wird er hoch verehrt, das zeigte sich am Freitag erneut beim Konzert und vor allem wohl auch deshalb, dass er als musikalischer Leiter und Dirigent nicht nur das künstlerische Schaffen im Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien prägt, sondern darüber hinaus auch in seinem Heimatland Tschechien und dem benachbarten Polen. Für Musikkenner ist er eine faszinierende Persönlichkeit.

 

Erfahrungen für späteren Beruf


Einer solchen braucht es wohl auch, um über mehr als anderthalb Jahrzehnte ein Projekt mit Leben zu erfüllen, in dem jungen Musikern und Sängern beim gemeinsamen Arbeiten die Möglichkeit geboten wird, erste professionelle Erfahrungen für den Weg in das spätere Berufsleben zu sammeln.
Im ersten Teil des Konzertes erklang „Le Jazz\", Op.H.168 von Bohuslav Martinu, eine anspruchsvolIe Komposition für ein Sinfonieorchester, von den jungen Leuten meisterhaft gespielt. Es folgte von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Ouvertüre op.26 \"Die Hebriden\".
Für Milos Krejci keine Hürde waren die Dirigate von Musik aus seiner tschechischen Heimat. So erklangen aus Bedrich Smetanas Zyklus „Mein Vaterland\" „Die Moldau\" und aus der Oper \"Die verkaufte Braut\" Furiant und Polka, wobei der Chor dabei schon einmal einen Vorgeschmack auf den Höhepunkt des Konzertes im zweiten Teil, dem griechischen Volksoratorium \"Axion esti\" ablieferte.

 

Glanzvolle Umsetzung


Den meisten der rund 400 Besucher in der Lausitzhalle dürfte es eher unbekannt gewesen sein. Basierend auf der Dichtung von Odysseas Elytis aus dem Jahr 1959 schuf Mikis Theodorakis dazu den kompositorischen Kontext: „Axion esti\" -\"Gepriesen sei\" für Sinfonieorchester, Chor, ein kleines Volksinstrumentalensemble, einen Bariton (Ulf Paulsen), einen Volkssänger (Jannis Provatidis) und einen Erzähler (Dominik Schiefner). Das Oratorium erweist Griechenland und dem griechischen Volk höchste Ehre und ist sowohl dichterisch als auch musikalisch ein sehr kompliziertes Werk mit sinfonischen Zügen bis hin zur griechischen Folklore und in seinen Höhepunkten getragen von gewaltigen Chören. Seine glanzvolle Umsetzung mit 200 jungen Menschen aus drei Ländern verlangt höchsten Respekt. Der Beifall des Lausitzhallenpublikums erschien fast endlos, einigen Mitwirkenden standen vor Rührung die Tränen in den Augen. Europa kam sich am Freitag in der Lausitzhalle ein Stück näher.

 

Von Jost Schmidtchen (SZ HOYERSWERDA)

 

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