PRESS
|
 |
Press |
 |
|
14.07.2005 Sächsische Zeitung
Per SMS muntert Mutti ihre Caroline auf
Konzert. Das „Europera- Orchester“ unter Leitung von Milos Krejci spielte mit 84 Musikern im Görlitzer Theater.
Kurz vor Konzertbeginn fiebern vier junge Damen vom Europera- Jugendorchester ihrem Auftritt entgegen. Auch Tina Koch gehört dazu. Die 15-jährige Gymnasiastin aus der Region Hoyerswerda spielt seit elf Jahren das Violoncello und seit fünf Jahren in diesem Orchester.
Tinas letzte Vorbereitungen für das Konzert sind schon Routine. Sie steht vor dem Spiegel, um sich noch ein wenig zu schminken und schaut genau, ob die Frisur perfekt sitzt. Anschließend bleiben zwei Minuten Zeit, um das Instrument zu stimmen. „Das ist ganz wichtig, weil das Cello durch den Transport verstimmt sein kann.“ Beim Stimmen geht ihr Blick häufiger zur Uhr. „Ich habe vor jedem Auftritt Lampenfieber, egal ob da draußen 50 oder 500 Leute sitzen.“
Tonleiter sorgt für innere Ruhe
Caroline Schubert aus Großhennersdorf ist 13 Jahre alt und hat sich mit ihrer Violine in eine Ecke verkrümelt. Dort spielt sie fast verträumt die Tonleiter rauf und runter. „Das ist meine Methode, innerliche Ruhe zu tanken und mich auf das Konzert vorzubereiten.“ Neben ihr liegt griffbereit das Handy. Caroline wartet auf eine SMS ihrer Mutter. „Sie kann heute nicht hier sein und will mir noch eine Aufmunterung schicken“, erzählt die Schülerin. Seit neun Monaten gehört sie zum Europera-Orchester und ist froh, dass sich ihre anfängliche Nervosität vor jedem Auftritt inzwischen etwas gelegt hat.
So ein Problem kennt der junge Mann im schwarzen Anzug nicht. Peter Eberhard aus Zittau steht scheinbar gelangweilt mit verschränkten Armen auf dem Garderobenflur. Der 20-jährige Mathematikstudent sagt von sich: „Herzklopfen vor einem Konzert ist mir fremd.“ Trotzdem sei er hoch motiviert, weil das Schlesische Musikfest schon etwas Besonderes sei. Geprobt wurde Sonntagvormittag und Nachmittag jeweils vier Stunden lang. „Milos Krejci forderte von uns volle Konzentration ab, und jeder falsche Ton wurde von ihm gerügt“, erinnert sich Peter Eberhard. Immerhin musizieren im Europera-Orchester die Besten des Dreiländer-Ecks.
Nur zehn Deutsche spielen
Peter Eberhard bedauert, dass unter den 84 Orchestermitgliedern nur zehn Deutsche sind. Die Gründe glaubt er zu kennen. „In Polen und Tschechien gehört das Erlernen eines Instruments zum Schulunterricht. Außerdem gibt es ja auch noch andere Orchester, wo begabte Musiker ihre Auftrittsmöglichkeiten haben.“
Zwei Stunden lang beweist das Europera-Jugendorchester seine gewachsene harmonische Klangfülle. Dirigent Milos Krejci hat den Ehrgeiz, seine Schüler auch an die Interpretation anspruchsvoller Kompositionen heranzuführen. Zum Beispiel den Römischen Karneval von Hector Berlioz, den das Orchester am Sonntag meisterte.
Frank Fischer
ZPÌT
|
|
|
|
|
|
|
| Poslední aktualizace: 28.11.2008, Webdesign: Mgr. Zuzana Kostincová, Webmaster: Václav Chábera, Texty: Dalibor Tuž © 2005 EUROPERA Jugendorchester |
Project of: Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis Zittau e.V., Johannisplatz 1, 02763 Zittau, Deutschland, E-mail: info@europera.org, Tel.: +420 777 038 048 |
|